Warum Klimagerechtigkeit uns alle angeht

    Die Klimakrise ist nicht nur
eine ökologische Krise —  
    SONDERN auch eine soziale.

Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische Krise
— SONDERN auch eine soziale.

Länder, die am meisten zur Erd­­erhitzung beitragen, leiden tendenziell weniger unter den Folgen. Die potenziell am stärksten betroffenen Regionen gehören zu den ärmsten der Welt, ihre Anpassungs­fähigkeit ist daher geringer.

Klima­gerechtigkeit soll diesem Ungleich­gewicht entgegen­wirken und beschäftigt sich damit, wie die soziale und die ökologische Gerechtigkeit im globalen und lokalen Zusammenhang gestaltet werden soll.

Puh, wichtiges Thema.
Alle Inhalte sind für den Computer ausgelegt, lass uns da wieder treffen :)

Reden wir über

KLIMA

GERECHTIGKEIT

Gerechtigkeit ist ein wichtiger Grundwert unserer demokratischen Gesellschaft. Oft beschreiben wir mit diesem Begriff die soziale Gerechtigkeit — also die faire Verteilung von Ressourcen, Rechten und Möglichkeiten zwischen allen Menschen.¹

Gerecht ist —
was gleich ist?

Es wäre diskriminierend zwei Menschen unter­schiedlich zu behandeln, die sich in einer gleichen Situation befinden. Einfachstes Beispiel dafür ist die Zahlung von unterschiedlichem Lohn für identische Arbeits­leistung.²

Bedeutet das, dass in unserem Verständnis von Gerechtigkeit das Prinzip der Gleichheit liegt? Dann ist
es gerecht, wenn wir alle Menschen möglichst gleich behandeln?

Nein.
Gerechtigkeit
≠ Gleichheit.

Gerechtigkeit beruht auf der Herstellung einer Chancengleichheit zwischen Menschen. Eine ausschließliche Gleich­behandlung ist aber keine Lösung, denn Menschen bringen verschiedene Voraus­­setzungen mit in den Beruf und können in ihren Lebens­­umständen unterschiedlich viel leisten.

Statt diese Unterschiede in der Bezahlung auszudrücken sollte geschaut werden, dass die Voraus­setzungen ver­bessert und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Es ist wichtig die individuellen Unter­schiede zu berücksichtigen, um wirklich Gerechtigkeit zu schaffen.³

Die Klimakrise ist die größte
globale Heraus­forderung unserer
und zukünftiger Generationen.

Die Erhitzung der Erde wird die Öko­systeme und damit die menschliche Gesundheit, die Ernährungs­sicherheit, die Wasser­versorgung sowie das Wirtschafts­wachstum in vielerlei Hinsicht beein­trächtigen.

Unser Verhältnis zu den natürlichen Lebens­grundlagen muss daher neu gestaltet werden.

KLIMAFAKT 1

Eine Erderwärmung von nur 0,5°C über dem aktuell politisch angestrebten 1,5°C-Klimaziel wird bedeutende Folgen mit sich ziehen. Es wird geschätzt, dass sich dann die Zahl an Menschen, die bis 2050 Folgen wie Armut und Flucht ausgesetzt sind, um mehrere hundert Millionen erhöht.

KLIMAFAKT 2

Das abfließende Schmelz­wasser der Gletscher im Himalaya versorgt mehr als ¼ der Welt­bevölkerung. Mit den steigenden Temperaturen könnte ihr Volumen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um die Hälfte schrumpfen. Erst werden Über­schwemmungen und dann Dürren die Folgen sein.

KLIMAFAKT 3

Aktuell sind etwa 50% der Treibhausgasemissionen weltweit von den reichsten 10% der Menschen zurückzuführen. Ihr durchschnittlicher CO₂-Fußabdruck ist 11-mal so hoch wie der der ärmeren Hälfte der Bevölkerung.

Unter Berücksichtigung der sozialen Ge­rechtig­keit dürfte bis Mitte des 21. Jahr­hunderts jede*r Erdenbürger*in pro Jahr nicht mehr als 2 Tonnen CO₂⁸ ⁹ verursachen, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten.¹⁰

Kohlenstoff­dioxid ist das am meisten frei­gesetzte Treib­haus­gas und damit der Hauptgrund für die Erd­erhitzung. Die folgenden Grafiken beziehen sich auf CO₂ als Emitter. An dieser Stelle wird auch bewusst eine Auswahl von
Ländern getroffen, durch deren Gegen­überstellung die Extreme der Klima­ungerechtigkeit besonders deutlich werden.

EMISSIONen

In Deutschland wurden 2017 pro Kopf durch­schnittlich 9,7 Tonnen CO₂ ver­braucht.¹¹ Das ist in etwa so viel, wie in den Niederlanden. Zum Vergleich: Auf den Philippinen wurden 2017 pro Kopf 1,22 Tonnen CO₂ ausgestoßen.¹²

Ein Richtwert von 2 Tonnen CO₂ pro Kopf würde jeden Menschen gleich be­handeln. Aber ist eine gleiche Verteilung hier gerecht?

Der Emissions-­Zeitraum der bisher etablierten Industrie­länder ist deutlich länger gegenüber Staaten mit einem jüngeren wirtschaftlichen Wachstum.
Um ein ähnliches wirtschaftliches
Niveau zu erreichen, argumentiert beispielsweise China, ein Recht auf
einen höheren Emissions­anteil zu haben.

BIP ¹³

Der CO₂-Ausstoß ist meist bei den Ländern hoch, die ein hohes Brutto­inlands­produkt (BIP) aufweisen Das hängt mit der Stärke ihrer Wirtschafts­leistung zusammen. Das BIP ent­scheidet zudem maßgeblich über die Anpassungs­fähigkeiten eines Landes an die klimatischen Veränderungen.

Bezogen auf das vorherige Beispiel zeigt die Grafik den hohen BIP Deutschlands und der Niederlande im Gegensatz zum geringen BIP der Philippinen.

RISIKO ¹⁴

Das größte Risiko für die Folgen der Erd­erwärmung tragen vor allem die Länder im globalen Süden, die meist selbst einen unterdurchschnittlichen CO₂-Ausstoß pro Kopf haben.¹⁵ Hingegen tragen die früh industrialisierten Staaten oft geringere Risiken.

Beispiels­weise sind die Niederlande und die Philippinen stark vom Meeres­spiegel­anstieg gefährdet. Die finanziellen Mittel der beiden Länder unterscheiden sich allerdings erheblich und damit auch die Anpassungs­möglichkeiten beider Länder. In der Grafik erscheint daher das Risiko der Niederlanden im Gegensatz zu dem der Philippinen sehr niedrig.